London

Der Hyde Park in London

London ist eine der größten Städte Europas, doch sie besitzt auch etwa 1700 öffentliche Grünflächen. Eine davon ist der berühmte Hyde Park mit seiner "Speaker's Corner".

Von Andrea Schultens

Der Hyde Park heute

Der Hyde Park liegt ganz in der Nähe des Buckingham Palace, also der offiziellen Residenz des britischen Königshauses. Der Hyde Park ist die größte der königlichen Gartenanlagen und besitzt einen künstlichen See namens Serpentine, auf dem gerudert werden kann. Tagsüber sind die Cafés im Park oft überfüllt, denn der große Stadtpark zieht viele Besucher an und gilt als beliebtestes Naherholungsgebiet von London.

An sommerlichen Wochenenden sind Tausende von Liegestühlen belegt. Bis in die Abendstunden hinein gehen die Londoner hier gerne spazieren, spielen Fußball oder gehen joggen.

Berühmtheit erlangte auch die "Speaker's Corner" (zu deutsch: "Ecke der Redner") im Nordosten des Parks. Sonntags kann hier jeder öffentlich Reden schwingen. Dieses Privileg der Redefreiheit wurde 1872 von Arbeitern und Handwerkern von der Regierung hart erkämpft. Lange galt Speaker's Corner als beste kostenlose Sonntagsunterhaltung Londons.

Speaker's Corner im Hyde Park | Bildquelle: picture-alliance / dpa / dpaweb / DB Dominik Lauck

Heute gleicht die Vorführung eher einem Spektakel exzentrischer Redner. Und in den Ohren der meisten Zuhörer sind die wilden Theorien meist zu fanatisch oder zu abgedreht. Zumindest im Vorbeigehen sollte man es sich jedoch nicht entgehen lassen, ein Auge beziehungsweise ein Ohr auf die Redner an diesem geschichtsträchtigen Ort zu werfen.

Der Hyde Park früher

Ursprünglich gehörte der Hyde Park zu den Liegenschaften der Westminster Abbey. Bis heute ist er ein königlicher Park und trägt deshalb den Namenszusatz "royal" – wie auch die Kensington Gardens, der St. James's Park und der große Regent's Park.

Die königlichen Parks dienten den Monarchen einst als Erholungsgebiete. Die Herrscher konnten in den Ländereien lustwandeln oder ihrer Jagdleidenschaft nachgehen. Der englische König Heinrich VIII. erklärte den Park 1536 zum königlichen Jagdgebiet.

Im 17. Jahrhundert wurde der Park öffentlich zugänglich und schnell zur beliebtesten Grünfläche der Stadt. Damals wanderte das einfache Volk an Sonntagen über die Rasenflächen, während die betuchte Gesellschaft auf dem Pferd oder in der Kutsche herbeikam und sich auf der "Rotten Row" präsentierte.

"Sehen und gesehen werden" galt im Hyde Park schon 1885 | Bildquelle: picture-alliance / Mary Evans Picture Library

Dieser Weg verläuft bis heute quer als Verbindungsachse zum Kensington Palace durch den Park. Die Bezeichnung entstand aus dem französischen Begriff "Route de Roi" (zu deutsch: Straße des Königs), denn auf ihr konnte der Monarch zügig und schnell den Palast erreichen.

Der Hyde Park war damals für seine Duelle und für Pferderennen bekannt. Heute finden hier noch politische Demonstrationen, Paraden und Konzerte statt.

Reiter im Hyde Park | Bildquelle: WDR / Mauritius Images / Steve Vidler

(Erstveröffentlichung: 2007. Letzte Aktualisierung: 20.03.2025)